Ich hatte mich relativ spontan dazu entschieden den 10.12.2025, ein Mittwoch, das Konzert von thisquietarmy und otay:onii auf der MS Stubitz in der Hamburger Hafencity zu besuchen. Zum einen hatte mich der Name thisquietarmy irgendwie angefixt. Vor Jahren hatte ich von dieser kanadischen Band eine CD gehört, die mir sehr gut gefallen hat. Leider ist mir der Name der Scheibe entfallen und ich habe sie seinerzeit auch nicht käuflich erworben, weswegen ich auch nicht nochmal nachhören konnte. Aber auf youtube gab es ein paar interessante Sachen von der Band gerade im Kontext mit otay:onii zu sehen und zu hören, was mich in meinem Entschluß bestärkte, an besagtem Mittwoch Abend zu dem alten DDR-Hochseefischerei-Kasten in der Hamburger Hafencity zu pilgern. Und ich hab es nicht bereut...
Doch bevor ich zum Headliner des Abends komme, ein paar Worte zu der Künstlerin, die den Abend eröffnete: Anna Glaring. Sie ist Solo unterwegs und ihren Sound würde ich am ehesten als eingängigen und introvertierten Cold-/Darkwave mit Shoegaze Einsprengseln beschreiben. Fand ich ganz interessant.
Nun aber zum eigentlichen Grund meines Besuchs auf der Stubnitz, der Auftritt von thisquietarmy und otay:onii. Wie weiter oben schon angemerkt, wusste ich grob , was mich erwartet, aber das es so heftig wird, hätte ich nicht für möglich gehalten. Die lauten und atmosphärischen Gitarrendrones von Eric Quach bildeten die massive Grundlage für das meist heftige Geschrei von otay:nii aka Lane Shi, was in Summe eine Wall of Sound bildete, die mich zutiefst fesselte und beeindruckte. So etwas intensives habe ich schon lange nicht mehr erlebt.
Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt von Konzerten auf der MS Stubnitz Fotos und jeweils einige Worte hier auf meiner Seite veröffentlichen. Ich finde, dass die Crew der MS Stubnitz aktuell extrem umtriebig ist, was jenseits des Mainstream so musikalisch relevant ist, und dabei ist es ganz egal, in welcher Musikrichtung die jeweilige Band oder der jeweilige Künstler unterwegs sind. Und in mein Beuteschema fällt da vieles rein, stellvertretend seien da nur die Gigs von Youth Code (klinischer Industrial-EBM mit Hardcore Geschrei), Waytt E. (astraler Stoner-Doom mit orientalischen Folklore-Einsprengseln und unkonventionellem Drumming), Grails (fein nuancierter und introvertierter Art-Rock) oder Sumac (freigeistiger und heftiger Post-Metal) genannt, die alle in den nächsten Wochen stattfinden werden. Zudem wurde ich von der Crew der Stubnitz angesprochen, ob ich ihnen denn nicht meine Fotos zur Verfügung stellen könne, da sie mich nun schon einige Male mit der Kamera vor Ort gesichtet hatten. Dieser Bitte komme ich natürlich sehr gerne nach, da ich die MS Stubnitz als Event-Location gerne mag und die Aktivitäten rund um das Schiff sehr schätze.
Nun bin ich schon knapp 60 Jahre hier auf diesem Planeten unterwegs und es gibt immer noch sooo viel geile Musik zu entdecken. Es ist unglaublich, finde ich, ein Fass ohne Boden quasi. Ein Hoch auf die grenzenlose Kreativität unserer Spezies, wobei ich relativierend hinzufügen muss, dass das für mich nur in diesem Kontext gilt. Ich liebe diese Sounds, in die man sich fallen lassen und versinken kann. Es lebe der musikalische Underground.
