Wie im Fazit von Teil 1 schon angedeutet geht es in Teil 2 nun mehr in eine Region, die man gemeinhin mehr mit Urlaub und Erholung verbindet als das ehemalige Industrie- und Braunkohlerevier Lausitz. Ich hab mich in das schöne Elbsandsteingebirge begeben und mir damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Meine Zelte habe ich im tschechischen Hřensko aufgeschlagen, kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze, wo es auch noch jede Menge Duty Free-Shops und asiatische Händler gibt. Gemeinhin nennt man die kleine Gemeinde auch das Tor zur Böhmischen Schweiz. Die Unterkunft, die ich mir per Booking.com gebucht hatte, lag an der Straße Richtung Jetřichovice. Daneben plätscherte ein kleines Bächlein vor sich hin. Alles in allem sehr malerisch gelegen, was man von der Unterkunft nicht wirklich behaupten kann. Aber ich will mich nicht beschweren, schließlich habe ich mir die Bleibe selber rausgesucht und für die vier Nächte, die ich dort bleiben wollte, hat's allemal gelangt. Und meine Unterkunft umfasste eine kleine Dachterrasse, auf der ich des Abends gesessen hatte und den Sternenhimmel beobachten konnte. Und meine Fresse, was ich da sehen konnte, war schon der Wahnsinn. Dank der Lage meiner Unterkunft in einer langgezogenen Schlucht und der fehlenden Lichtverschmutzung in dem Gebiet konnte ich den Himmel in einer noch nie gesehenen Tiefe betrachten. Ich lag auf meinem Liegestuhl mit wahrscheinlich offenem Mund und hab nur noch gestaunt. Ich glaub, so tief habe ich den Kosmos noch nie wahr genommen.
Ansonsten habe ich am Ankunftstag nicht mehr allzu viel unternommen, ich bin lediglich noch bis zur Hauptstraße direkt an der Elbe zurückgelaufen, habe einige Besorgungen gemacht und die Atmosphäre der Umgebung aufgesogen. Die Straße direkt an dem Flüsschen Kamenice und die links und rechts davon hoch aufragenden Felsgebilde, an denen die Hotels und Häuser klebten, das hatte schon was. Auf dem Rückweg habe ich dann noch etwas entdeckt, auf das ich früher schon mal im Netz gestoßen bin. Es handelte sich dabei um das Stará Plynárna (Altes Gaswerk), welches sich in einer kleinen Seitenschlucht befindet. Mein Blick fiel nur durch Zufall darauf. Ich wusste gar nicht das jenes Gebäude, welches heute als Pension genutzt wird, sich in Hřensko befindet und so musste dieses von mir natürlich näher in Augenschein genommen werden. Letzten Endes gefiel es mir dort so gut, dass ich beschloss, in der Dunkelheit noch einmal hinzugehen und ein paar Fotos zu schießen.
Für den nächsten Tag hatte ich geplant, mir die Schrammsteine anzuschauen. Das Wetter war gut, die Sonne schien, nur war es mir ein wenig zu warm. Nun ja, alles Gute ist eh nie beisammen, also habe ich mich in's Auto gesetzt, hab mir kurz vor Bad Schandau einen Parkplatz gesucht, meine klettertauglichen Wanderschuhe (die ich für meinen Norwegen-Trip 2012 gekauft hatte) geschnappt und bin losgelaufen. Eine Route hatte ich mir per Komoot herausgesucht und mir war schon bewusst, dass es keine einfache Tour werden würde. Dass es aber so anstrengend werden würde, hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Hinterher war ich total durchgeschwitzt und meine Füße schmerzten mörderisch, zum einen wegen der ganzen Kletterei und zum anderen wegen der Wanderschuhe, die nun schon seit ca. 13 Jahren ihr Dasein in meinem Schrank fristeten. Am Ende war ich froh, als ich komplett erledigt wieder in meiner Unterkunft ankam. Bereut habe ich die Tour aber trotz der nicht unerheblichen Anstrengungen nicht.
Zu der Wanderung selber kann ich nur sagen, es war einfach nur herrlich, seien es die Waldluft, die abenteuerlichen Felsgebilde, die Aussichten von oben auf die Elbe und das Umland oder die Auf- und Abstiege durch schmale Felsspalten. Ich glaube, die Fotos sprechen für sich.
