die Bastei

Reise in die Vergangenheit – Part 4

Am letzten Tag konnte ich es mir tatsächlich nicht verkneifen, das Ziel der Ziele in der Sächsischen Schweiz anzusteuern: Die Bastei. Weltweit bekannt, Tourismusattraktion Nummer 1 im Elbsandsteingebirge und dementsprechend total überlaufen. Obwohl ich an einem Mittwoch Vormittag dort war, war das ganze Areal überfüllt. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass man quasi bis kurz vor der Bastei mit dem Auto bzw. Bus gelangen kann, andererseits habe ich meinen Wagen in Rathen auf der anderen Seite der Elbe stehen lassen und bin mit der alten Gierseilfähre zur anderen Seite gewechselt, wo ich dann mit dem Aufstieg zur Bastei gestartet bin. Und auch hier muss ich sagen, der keineswegs anspruchslose Weg hoch zur Bastei war voll von Menschen aller Altersklassen. Aber das ist wohl der Preis, den man zahlen muss, wenn man sich eine weltweit bekannte Sehenswürdigkeit anschauen will.

Aber ich muss sagen, trotz der nach meinem Dafürhalten ungünstigen Umstände hat mich der Marsch hoch zur Bastei und zurück ziemlich beeindruckt. Die Touristen (ja, ich weiß, ich bin auch einer davon) mal weggedacht, ist das Gebiet um die Bastei ein beredtes Zeugnis der Schönheit der Natur unseres Planeten. Die Aussicht auf das Elbtal, den Lilienstein und die umliegenden Felsenwelt der Sächsischen Schweiz sind schon sehr beeindruckend und einfach nur schön.

Blick auf die Elbe - im Hintergrund das Felsmassiv, in welchem sich auch die Bastei befindet

Wilde Natur in den Schwedenlöchern

Und auch der Abstieg von der Bastei hinunter zur Elbe über die Schwedenlöcher und den Amselsee hatte es in sich. Die schmalen Felsspalten, in denen kleine verwinkelte Pfade und steile Treppen nach unten führten und Blicke auf moosbewachsene Felsen und Bäume freigaben und alle paar Schritte einen neuen Blick auf die wilde Natur der Schwedenlöcher ermöglichten, haben mich fasziniert. Und der Weg hinunter zum Amselsee war nicht ansatzweise so stark frequentiert wie der Weg nach oben oder auf der Basteibrücke selbst. Keine Ahnung, ob die Menschen den gleichen Weg runterzu gegangen sind den sie bergauf gekommen sind.

Wenn dem so sein sollte, dann haben diese Leute definitiv was verpasst, zumal ja die Schwedenlöcher fast genauso bekannt sein dürften wie die Bastei. Aber vielleicht haben sich die Leute auch da oben im Gedränge wohlgefühlt, astronomische Preise in den diversen Touristenkiosken und -restaurants gezahlt und sind dementsprechend länger geblieben. Wer weiß.

Ich für meinem Teil war jedenfalls relativ schnell wieder unten und stellte mir die Frage, was mit dem Resttag anfangen. Da der Weg zu meiner Basis in Hřensko an Königstein vorbeiführte, drängte sich eine Kurzivisite der gleichnamigen Festung geradezu auf. Auch nach längerem Durchforsten meiner Gehirnwindungen konnte ich mich nicht erinnern, jemals auf dieser riesigen Burganlage gewesen zu sein. Also flugs den Wagen in dem kleinen Städtchen abgestellt, auf den letzten Drücker noch einen Platz im offenen Touristen-Doppelstockbus ergattert und hoch auf den Vorplatz der Festung getuckert. Bei der Sichtung der Öffnungszeiten stellte ich dann fest, dass mir nur noch knapp über eine Stunde blieb, um die Festung einer Stippvisite zu unterziehen. Und das bei einem Eintrittspreis von 15 €. Kurz überlegt, aber dann dachte ich mir: Scheiß drauf, wann wirst du das nächste Mal in der Sächsischen Schweiz sein. In den nächsten Jahren sicher nicht, also los. Ticket gekauft, in den gläsernen Fahrstuhl gestiegen und schwups war ich oben auf der Festung. Überrascht war ich von Größe und Weitläufigkeit der Festung dann aber doch. Wenn man sie von unten oder auf Fotos betrachtet, denkt man das nicht unbedingt. Erstmal habe ich mir aber an einem Erfrischungsstand auf der Festung ein Eiscafe gegönnt, wobei ich bei dem aufgerufenen Preis kurz mit den Ohren geschlackert habe. 7 Euro wollte der Standbetreiber von mir für den zugegebenermaßen guten und erfrischenden Eiscafe haben. Meine Fresse, dachte ich mir, die nehmen's aber auch von den Lebenden.

Die Elbe und die Festung Königstein

Aber bei der Hitze hat mir das Getränk gut getan und ich bin dann zu einem Schnellrundgang über das Gelände der Festung aufgebrochen, wobei mich vor allem die Aussichten auf die umliegenden Landschaften interessiert haben, und die waren dann erwartungsgemäß auch vom Feinsten. Blicke auf die Elbe, den Lilienstein, den Pfaffenstein und das Felsmassiv, welches auch die Bastei beherbergt. Einfach nur schön. Schade nur, dass mir der Uhrzeiger ständig im Nacken saß und ich irgendwann von der Festung gekehrt wurde.

Fazittechnisch muss ich sagen, dass es trotz der Menschenmassen auf der Bastei und des am Ende zunehmenden Zeitdrucks auf Königstein ein ganz feiner letzter Tag im Elbsandsteingebirge war. 3 Tage reichen vorne und hinten nicht, um das Gebiet um Böhmische und Sächsische Schweiz ein wenig ausführlicher zu erkunden, aber ein Anfang ist gemacht. Mal schauen, ob ich es schaffe, irgendwann mal für 1 oder besser 2 Wochen hier meine Zelte aufzuschlagen. Ich würde es mir wünschen.

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