SMWS-Tasting im Liquorland Hamburg

Ich war in den letzten Monaten bei keiner Veranstaltung der SMWS dabei, die letzte war das Old & Rare-Tasting im Hotel Atlantic im Dezember letzten Jahres. Aber dieses Event wollte ich mir nicht entgehen lassen, da es a) an einem Abend vor einem Feiertag stattfand, b) nur 5 Minuten von meiner Haustür entfernt war und c) weil einige ältere SMWS-Abfüllungen auf der Agenda standen. 3 gute Gründe für eine Teilnahme, wie ich fand.

Ich war schon relativ zeitig da, so gegen 18:30 Uhr, aber es waren schon ein paar Teilnehmer vor Ort. Da man sich ja mittlerweile kennt, begrüßte man sich erst einmal. Um 19 Uhr sollte dann Start sein und zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal 8 Gäste anwesend. Und laut unserem Gastgeber Thom Glas sind auch nicht mehr Tickets für dieses Event verkauft worden. Das fand ich richtig schade (für die SMWS und Thom), scheint aber wohl gerade hier in Hamburg eine Tendenz zu sein. Und etwas Gutes hatte die geringe Teilnehmerzahl aber dann doch noch. Es war nicht so eng in der kleinen Lokalität. Der Platz dort ist ziemlich begrenzt, wie man auch auf den Fotos erkennen kann, und bei dem letzten Event der Society im Liquorland, die Roadshow 2025 im letzten Herbst, war es richtig rappelvoll, so dass es an diesem Abend wesentlich entspannter zuging.

Aber kommen wir zum Hauptgrund dieses Abends: den Whisky. Wie gesagt hatte die SMWS einige ältere Abfüllungen angekündigt, was bis auf eine Ausnahme auch tatsächlich zutraf. Und zwar handelte es sich bei der Ausnahme um einen 5-jährigen Whisky aus Taiwan, genauer gesagt um eine Abfüllung der taiwanischen Destillerie Nantou. Alle anderen Kandidaten waren zwischen 17 und 24 Jahre alt.

Hier sind die Abfüllungen:

  • 59.97 (Teaninich) Highland modernity | 18y, 52,8, 1st Fill Ex-Bourbon Hogshead
  • 138.30 (Nantou) Lunchbox Luxuries | 5y, 56,7%, Charred New Oak Barrel
  • 95.111 (Auchroisk) Picasso's apprentice | 18y, 55%, 1st Fill Spanish Oak Ex-Oloroso Hogshead
  • 72.127 (Miltonduff) Hazelnuts Bob on a chocolate loch | 22y, 55,3%. Ex-Bourbon Cask, 1st Fill Ex-PX American Oak
  • 76.159 (Mortlach) Catalan, if you can | 17y, 60,1%, 1st Fill Ex-Oloroso Butt
  • 66.237 (Ardmore) Fractal Peetreek | 24y, 52,1%, Refill Ex-Bourbon Hogshead

Das Lineup des Abends

Single Malt mal aufgeschäumt

Für die Experimentierfreudigen unter den Teilnehmern hatte Thom wieder einen Milchaufschäumer und einen Flaschenzerstäuber mitgebracht. Beim letzten Tasting war das Experimentieren mit diesen beiden Gerätschäften Hauptthema des Tastings. Ich habe an diesem Abend beides probiert, mit mäßigem Erfolg. Der Aufschäumer machte den Whisky milder und mit dem Zerstäuber hatte ich Probleme, meinen Mund zu treffen, so dass ich jedes Mal meinen Bart mit dem Whisky parfumiert hatte, was natürlich zur allgemeinen Erheiterung beitrug. War aber trotzdem mal ganz interessant ein wenig herum zu probieren.

Am Besten gefiel mir an diesem Abend der Mortlach, der mich ganz einfach mal so richtig überfahren hat. Sowas war und ist genau mein Ding. Ich war vor dem Probieren erst ein wenig angesichts der Alkoholstärke von 60,1% skeptisch, da mir in letzter Zeit Whiskies mit über 60% ganz einfach zu stark sind. Und der Mortlach war tatsächlich kräftig, aber durchaus noch im Rahmen und man kann mit ihm bestens mit Wasser spielen. Aber auch die anderen Abfüllungen wußten durchaus zu überzeugen, allen voran der 24-jährige Ardmore, der als ein sehr eleganter Highland-Raucher daherkam.

Ein Wort noch zu unserem Gastgeber Lars Bruns mit seinem kleinen Geschäft. Ich weiß nicht, wie ich es nennen soll: Tasting Room, Shop, kleine Bar oder Event Location. Es ist von allem ein bisschen. Der Name The Nest trifft es wohl am Besten, ein kleiner gemütlicher Laden, in dem man bei einem Bier, einem Wein oder einer Spirituose seiner Wahl der Welt da draußen für kurze Zeit entfliehen kann. Man entdeckt bei jedem Blick rings um sich herum neue und putzige Details an Wänden, in Regalen oder auf Tresen und Fässern, alles mit viel Liebe ein- und hergerichtet. Ich mache nun nicht wirklich oft Fotos von WC's, aber hier musste ich es einfach tun. Der kleine Druck von den knutschenden Erich Honecker und Leonid Breshnew hat ja schon einen gewissen ikonischen Status, jedenfalls für mich als alten Ossi. Das fand ich einfach zu witzig.

Putziges WC im Liquorland

Ein gemütlicher Abend war das im Liquorland in der Rentzelstrasse, in Anbetracht der Location und geringen Gäste fast schon ein wenig familiär. Danke an Lars vom Liquorland und Thom von der SMWS. Vielleicht findet hier ja wieder mal ein Tasting statt. Ich würde mich freuen.

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