Und weiter geht es mit dem Package Ultha und Yellow Eyes. Wie auch am Wochenende zuvor beim Sumac-Gig war nach meinen Informationen auch dieses Konzert fast ausverkauft. Und auch Ultha hatte ich, wie schon Sumac aus dem letzten Konzertbericht, um 2015 herum beim Doom Over Leipzig-Festival schon einmal live gesehen. Sie hatten damals wohl gerade ihre erste Scheibe heraus gebracht, welche mir damals und auch heute noch sehr gefällt. Nun, eine knappe Dekade später, erscheint ihr fünftes Album "A Light So Dim", welches durch diese Tour supported werden soll. Weiterhin stand mit Yellow Eyes eine Band auf den Programm, von der ich vor dem heutigen Tage noch nie gehört habe. Jedoch hatte ich mir im Vorfeld des Konzerts das letzte Album der Band "Confusion Gate" auf Bandcamp angehört und war positiv überrascht.
Schnell wurde auch aufgrund des von Beginn an kristallklaren, drückenden Sounds von Yellow Eyes klar, dass dies wohl eher keine klassische Vorband/Hauptband-Tour war, sondern eine Co-Headliner Tour. Zumindest war das mein Empfinden. Yellow Eyes präsentierten sich auf der Bühne ziemlich introvertiert, will sagen, Bewegung war kaum vorhanden, was aber auch dem Charakter der Musik entsprach.
Der melancholische, mit teils epischen und teils angeschrägten Gitarren-Riffs versehene Post Black Metal der Band (erinnert teilweise an Wolves In The Throne Room) brauch keine großartige Bühnenshow. Im Gegenteil, das introvertierte Auftreten der Band unterstreicht das Soundbild der Band. Einziger Kontrastpunkt im Auftreten von Yellow Eyes war der Drummer. Ich weiß nicht, ob er bei jedem Auftritt so rüberkommt, aber hier auf der Stubnitz machte er den Eindruck, als ob er jede Menge Dampf auf dem Kessel hatte, der dringendst raus musste. Das war schon sehr intensiv, was bei dem Kollegen da abging. Insgesamt ein ganz feiner Auftritt, den Yellow Eyes am heutigen Abend hier ablieferten.
Nachdem die üblichen Umbauten auf der Bühne erfolgt waren, kündigte die in rot getauchte Bühne den Auftritt von Ultha an. Und die legten auch gleich mit Songs vom soeben erschienen Album "A Light So Dim" los. Auch hier gab es wieder von Beginn an einen klaren, fetten Sound. Und auch die über das gesamte Konzert beständig in rotes Licht gepaart mit reichlich Nebel getauchte Bühne, aus fotografischer Sicht eher suboptimal, hatte auf mich eine gewisse Wirkung. Es passt richtig gut zum Sound der Band und verlieh dem stellenweise psychedelischen Charakter des Sounds noch einen leicht hypnotischen Touch.
Ich kenne nun die letzten Alben von Ultha (noch) nicht, aber gegenüber der mir bekannten Scheibe "The Inextricable Wandering" hat die Band ihren Sound füe andere Einflüße weit geöffnet. So klingen die Songs teils sehr psychedelisch und ein wenig verdreht. Aber auch Post-Punk, Dark Wave und auch Prog-Rock haben bei der Band mal vorbei geschaut und ihre Visitenkarten da gelassen. Live kommt das für mich richtig gut rüber, zumal die weiblichen Gesangsparts live gesungen wurden und nicht von Band kamen. Aber um nicht falsch verstanden zu werden, natürlich gab es auch genügend schwarzmetallische Raserei zu hören, was ja das ursprüngliche Qualitätsmerkmal der Band darstellt. Ein amtlicher Gig, den Ultha da ablieferten.
Insgesamt betrachtet war der Abend ohne Zweifel ein Highlight im noch jungen Jahr 2026. Zwei großartige Bands aus der großen Schublade Black Metal, die aber ihre jeweils eigene Interpretation dieses weit gefassten Musikstils gefunden haben und diese beständig weiter entwickeln.
PS: Indem ich diese Zeilen verfasse, lasse ich das Konzert noch einmal Revue passieren und höre mir die letzten Scheiben der beiden Bands nebenher an. Und speziell die Ultha-CD "A Light So Dim" hat es mir angetan. Mit jedem Durchlauf gewinnt die CD, immer neue Details sind zu erkennen und die Songs fräsen sich in die Gehirnwindungen und setzen sich dort fest. Man, ist das eine geile Scheibe.
